Leistenbruch
Narbenbruch
Bauchwandbruch
1. Symptome
Ein Leistenbruch, Schenkel-, Nabel- oder Narbenbruch kann verschiedene Symptome aufweisen. Die häufigsten sind eine neu aufgetretene Schwellung, die sich beim Pressen verstärken kann. Ein Ziehen, ein Drücken oder gar stechende Schmerzen kommen besonders bei kleinen Brüchen vor.
Bleibende Schmerzen deuten eventuell auf eine Einklemmung hin. Diese sollte sofort abgeklärt werden, denn hier droht ein Absterben innerer Organe.
Einen Sonderfall stellt die Zwerchfellhernie bzw. Zwerchfellbruch dar. Sodbrennen, Druck und Schmerzen im Oberbauch bzw. hinter dem Brustbein können ausgelöst werden. Erkannt wird sie oft in einer Magenspiegelung (ÖGD) oder in einer CT- oder MRT-Untersuchung von Bauch oder Brustkorb.


2. Diagnose
Hier ist die Erfahrung des Arztes wichtig. Bei einer Sichtung und Austastung wird der Leistenkanal bzw. bei anderen Brüchen die betroffene Gegend sorgfältig untersucht. Ein Ultraschall hilft bei Unklarheit weiter.
Bei besonders großen Brüchen sowie Nabel- oder Narbenbrüchen (nach vorherigen Operationen) ist eine CT-Untersuchung sinnvoll. Mit ihr lässt sich erkennen, was sich im Bruchbereich befindet und wie man den Bruch am effektivsten und schonendsten versorgt.
3. Behandlung & Operation
Als Mitglied in der Deutschen Herniengesellschaft und als ehemaliger Hernienzentrumschirurg arbeite ich in Ihrem Patienteninteresse seit mehr als 20 Jahren stets mit den jeweils aktuellsten, operativen Verfahren.
Bei der Behandlung sind Symptomatik, Art und Größe entscheidend. Kleine Brüche bergen eine große Gefahr der Einklemmung.
Auch die Vorerkrankungen eines jeden Menschen sind bei der Planung zu berücksichtigen und entscheiden zum Teil über das zu wählende Verfahren.
Im Rahmen der Hernienchirurgie biete ich minimalinvasive Verfahren wie: TAPP, eTEP, laparoskopisches IPOM, offene Sublay und Onlay-mesh, Hiatoplastik, Hemifundoplicatio am Zwerchfell an, Rekonstruktionen mit und ohne Kunststoffnetz.


4. Narkose
Ob eine örtliche oder eine Vollnarkose nötig ist, hängt vom Eingriff selbst ab. Bei den minimalinvasiven Operationen genügt meist eine kurze Vollnarkose.
5. Heilungsphase
Da bei minimalinvasiven Operationen nur wenige Hautschnitte im kleinsten Millimeter-Bereich erforderlich sind, beschränkt sich die Heilungsphase auf wenige Tage.
Bei offenen Operationen ist hingegen mit 10 bis 14 Tagen zu rechnen.
6. Sonstiges
Sinn und Zweck der minimalinvasiven Operation ist die rasche Erholung, der geringe Schmerzmittelgebrauch nach dem operativen Eingriff sowie eine zügige Wundheilung.
Je nach gewählter Operationsform sollten sportliche Aktivitäten erst ca. 14 bis 20 Tage nach dem Eingriff aufgenommen werden. Bei kleinsten Hernien kann auch eine 7-10 Tage-Frist ausreichend sein.
Bei großen Narbenbruchoperationen wird eine Sportpause von bis zu 6 Wochen nötig. Kleinste Erledigungen im Haushalt sind nach rund 4 bis 7 Tagen wieder gut möglich.
7. Link:
Die SK-2 Leitlinie Hernien wird voraussichtlich im August 2026 fertiggestellt.

